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Städtebauförderung: Innenstadt/Schlossbereich

Was ist Städtebauförderung

Städtebauförderung ist ein vom Bund und Land finanziertes Programm mit dem Ziel, städtebauliche Missstände und funktionale Mängel in einem Gebiet zu beheben. Städtebauförderung leistet mit verschiedenen Programmen einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Städte. Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms werden Fördermittel zur Verfügung gestellt. In der Regel erfolgt eine Drittelfinanzierung. Dies bedeutet, dass ein Drittel vom Bund, ein Drittel vom Land und ein Drittel von der Stadt selbst finanziert wird.

Tag der Städtebauförderung am 8. Mai 2021

Sanierung des denkmalgeschützten Ahrensburger Rathauses

Das Rathaus von Ahrensburg, entworfen durch den Architekten Karl-Heinz Scheuermann, wurde 1968-1970 erbaut und steht seit 2014 unter Denkmalschutz.

Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ist Teil der Gesamtmaßnahme „Innenstadt/Schlossbereich“ des Städtebauförderungsprogrammes „Städtebaulicher Denkmalschutz“, in das die Stadt Ahrensburg am 16. Oktober 2014 aufgenommen wurde. Im Herbst 2019 wurde mit der Sanierung des Rathauses begonnen.

Unterschiedliche Faktoren wie gestiegene Mitarbeiterzahlen und ein erhöhter Raumbedarf führten dazu, dass das Gebäude den räumlichen Anforderungen der Verwaltung nicht mehr entspricht.

Die Sanierung des Gebäudes erfolgt im laufenden Betrieb etagenweise von oben nach Aktuell sind fast 4 der 6 Etagen fertig saniert. Die Fertigstellung der Einzelmaßnahme ist für 2022 anvisiert.



Erneuerung Hamburger Straße

Die Stadt Ahrensburg liegt vor den Toren Hamburgs und weist eine belebte Einzel-handels- und gastronomische Struktur in der Innenstadt auf. Die Stärkung dieser Räume ist ein wichtiger Schwerpunkt zur attraktiven Gestaltung des Innenstadtbereiches. Dazu gehören stadtverträgliche Mobilitätslösungen, wie die Reduzierung des Kfz-Verkehrs, die Stärkung der Radfahrer und die großzügige Gestaltung von Nebenflächen für Fußgänger unter Berücksichtigung von Maßnahmen für die seh- und mobilitätseingeschränkten Personen. Zusammen mit einem entsprechenden Mobiliar wird dadurch die Aufenthaltsqualität aufgewertet. Die Weiterverfolgung von historischen Straßenachsen und Alleen erhalten dabei die historischen Stadtstrukturen und dienen als verbindende Elemente der städtischen Räume. Zur Umsetzung der genannten Ziele wird als weiterer Baustein die Quartierstraße (Hamburger Straße) von der Straße Woldenhorn/An der Reitbahn bis Rondeel umgestaltet.


Mit offenem Wetter 2022 ist der Baubeginn des Kanalbaus und ab Juni 2022 der Beginn des Straßenbaus vorgesehen. Das Bauvorhaben wird dann voraussichtlich Ende III. / Anfang IV. Quartal 2023 fertiggestellt sein. Um den Eingriff in die Geschäftstätigkeit der anliegenden Gewerbetreibenden durch die Baustelle zu minimieren, werden die Arbeiten eine Woche vor dem 1. Advent bis Ende Dezember ausgesetzt.

Die folgenden Fotos zeigen den Sanierungsbedarf des Straßenabschnitts:

Städtebauliche Gesamtmaßnahme "Innenstadt/Schlossbereich"

Am 18.7.2014 wurden die vorbereitenden Untersuchungen (VU) für das Sanierungsgebiet „Ahrensburger Innenstadt/Schlossbereich“ eingeleitet. Die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Innenstadt/Schlossbereich der Stadt Ahrensburg erfolgte zum 05.06.2018.

Mit der VU wurde das Gebiet in das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen. Das Städtebauförderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ zielt nicht nur auf den Erhalt einzelner historischer Gebäude, sondern ganze Straßenzüge, Plätze, historische Stadtkerne oder Stadtquartiere ab. Aufgabe des Städtebaulichen Denkmalschutzes ist es, diese historischen Ensembles mit ihrem besonderen Charakter in ihrer Gesamtheit zu erhalten.

Einzigartig für Schleswig-Holstein ist der barocke Stadtgrundriss der Ahrensburger Innenstadt. Im Stadtbild ist dies am Rondeel mit seinen darauf zulaufenden „drei Strahlen“ (Hamburger Straße, Hagener Allee und Manhagener Allee), der Anlage der Großen Straße und des Ahrensburger Schlossensembles zu erkennen.

Aufgrund des stetigen Wachstums in der Vergangenheit finden sich heute viele jüngere Gebäude aus den letzten Jahrzehnten in der Innenstadt wieder. Gleichzeitig gibt es denkmalgeschützte Gebäude, deren älteste aus dem dörflichen Ahrensburg des 16. Jahrhunderts stammen. Diesen Bestand gilt es zu erhalten.

Der Schwerpunkt der Städtebauförderung in Ahrensburg liegt auf der Sanierung, Modernisierung und Aufwertung des öffentlichen Raumes sowie öffentlicher Gebäude. Beispiele hierfür sind die Sanierungen des Rathauses und der Hamburger Straße.

Anhand des städtebaulichen Zielkonzeptes sollen insbesondere Freiräume gestaltet, innerstädtische Räume miteinander verbunden, Lösungen für den ruhenden
Verkehr gefunden und das Stadtbild weiter qualifiziert werden. Um dies zu gewährleisten ist eine Sanierung im umfassenden Verfahren erforderlich.

Das Sanierungsgebiet

Das Sanierungsverfahren/Der Sanierungsvermerk

Gemäß der Sanierungssatzung wird die Sanierung im umfassenden Verfahren durchgeführt. Hierbei finden die besonderen sanierungsrechtlichen Vorschriften des Baugesetzbuches (BauGB) §§ 136 bis 164 Anwendung. Zur Sicherung der Sanierungsziele wird durch das Grundbuchamt ein Sanierungsvermerk in das Grundbuch der Grundstücke innerhalb des Sanierungsgebietes eingetragen. Mit diesem Sanierungsvermerk wird kenntlich gemacht, dass das Grundstück in einem förmlich festgelegten Sanierungsgebiet liegt und dass die Bestimmungen des Baugesetzbuches (BauGB) – und hier das besondere Städtebaurecht gemäß §§ 136 ff BauGB – zu beachten sind.

Der Sanierungsvermerk hat nur hinweisenden Charakter. Er belastet das Grundstück nicht und wird nach Abschluss des Sanierungsverfahrens wieder gelöscht, ohne dass für den Eigentümer Kosten entstehen.

Neugestaltung der Hamburger Straße

Historie

Die Hamburger Straße wurde im 18. Jh. unter H.C.v. Schimmelmann als Teil der barocken Stadtachse angelegt. Die Hamburger Straße ist Bestandteil der drei Strahlen (Straßenfächer), die axial auf das Rondeel zulaufen. Die drei Achsen wurden einheitlich als Lindenallee angelegt.


Die Hamburger Straße war lange Zeit Teil der Hauptverbindungstraße zwischen Hamburg und Lübeck und dementsprechend vom Verkehr belastet. In den 1960er Jahren wurde die Hamburger Straße entsprechend Ihrer Nutzung als Bundesstraße ausgebaut. Der historische Baumbestand wurde entfernt und die Lindenallee nur teilweise wieder angepflanzt.


Ende der 1980er Jahre / Anfang der 1990er Jahre wurde durch eine Umgehungsstraße (Woldenhorn) und die Schließung des Rondeels mit Pollern der Verkehr auf dem Teil der Hamburger Straße deutlich weniger. Der Straßenquerschnitt der Hamburger Straße wurde jedoch nie angepasst. Der barocke Dreistrahl wurde als Denkmal erkannt. Das Verfahren zur Unterschutzstellung läuft.


Mängel

Die Hamburger Straße ist aufgrund ihrer Oberfläche und ihres Unterbaus, der Gliederung des Straßenraums sowie mangelhafter Barrierefreiheit stark erneuerungsbedürftig.

Darüber hinaus konkurrieren verschiedene Verkehrsteilnehmer und Nutzungen um den wertvollen öffentlichen Raum: Autos, Radfahrer, Fußgänger, Lieferfahrzeuge, Hol- und Bringfahrten zum Ärztehaus, Auslagen der Geschäfte und Plätze für die Außengastronomie.

Unter der Dominanz des ruhenden Verkehrs und den schmalen Geh- und Radwegen leidet die Aufenthaltsqualität der Hamburger Straße und damit auch die Attraktivität der Einkaufsstraße. Platz zum Flanieren ist nicht vorhanden.

Für Radfahrer ist die Hamburger Straße ebenfalls unattraktiv aufgrund unklarer Verkehrsführung, wechselnde Oberflächengestaltung, zu schmale Wege und zu wenige und nicht mehr zeitgemäße Abstellanlagen.


Ziele der Neugestaltung

Bei der Neugestaltung werden die Ergebnisse aus den Vorbereitenden Untersuchungen, dem Verkehrskonzept sowie dem Konzept zur barrierefreien Gestaltung Innenstadt/Schlossbereich berücksichtigt. Ziele der Umgestaltung sind insbesondere die Anpassung des Straßenquerschnittes an die heutige Nutzung als Einkaufsstraße, die Erhöhung der Aufenthaltsqualität und die Wiederherstellung der historischen Lindenallee.

Der wertvolle öffentliche Raum wird neu verteilt, insbesondere dem Fußgänger wird hierbei mehr Platz und Aufmerksamkeit gegeben. Parkplätze und Straßenraum werden neu geordnet und neue Querungsmöglichkeiten insbesondere an den Durchgängen hergestellt. Barrieren werden abgeschafft und ein Leitsystem wird ergänzt. Der Radverkehr wird auf der Fahrbahn geführt, um dem Fußgänger mehr Raum zum Flanieren geben zu können. Die Anzahl und die Qualität der Fahrradabstellanlagen soll erhöht werden.

Lageplan Hamburger Straße 


Den Bedarfen der Anlieger wird Rechnung getragen, indem die Hamburger Straße für den Individualverkehr erreichbar bleibt und im südwestlichen Bereich der Straße Parkmöglichkeiten für kurze Erledigungen (Ärztehaus, Lieferverkehr etc.) geschaffen werden.

Straßenquerschnitte Hamburger Straße 


Durch den Fokus auf die Fußgänger soll die Aufenthaltsqualität erhöht und die Attraktivität der Innenstadt gesteigert werden. Ergänzend dazu, dass dem Fußgänger mehr Raum gegeben wird, sollen attraktive Sitzgelegenheiten und mehr Grün geschaffen werden. Insbesondere die Wiederherstellung der historischen Lindenallee und Sichtbarmachung der drei Strahlen (barocke Stadtanlage) soll hierzu beitragen.


Städtebauförderung

Nachdem vorbereitende Untersuchungen unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt wurden, ist 2018 das Innenstadtkonzept beschlossen worden, welches die Grundlage für die Städtebauförderung in der Ahrensburger Innenstadt ist. Aus dem Innenstadtkonzept ging die Neugestaltung der Hamburger Straße als Maßnahme hervor.

Die Förderung der Einzelmaßnahme wurde im Mai 2021 beim Innenministerium beantragt. Von den geschätzten 3,8 Mio. € Baukosten (Stand. Jan. 2021) werden etwa 60% durch Bund und Land gefördert.

Anliegerversammlung am 23. Juli 2019

Beschlossener Gestaltungs- und Ausbauvorschlag

Stadtmöblierung




Kontakt

Anja Schwarz
Fachdienst IV.2 - Stadtplanung und Bauaufsicht

An der Strusbek 23
Postanschrift: Manfred-Samusch-Straße 5
22926 Ahrensburg

Hinweise

Was habe ich in einem Sanierungsgebiet zu beachten?

Die förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet und die Eintragung des Sanierungsvermerkes bieten den Eigentümern Vorteile und Schutz, bedeuten aber auch Verpflichtungen. Dies sind insbesondere die Auskunftspflicht und die Genehmigungspflicht.

Auskunftspflicht:

Während der Vorbereitung und Durchführung der Sanierung besteht für Eigentümer, Mieter, Pächter und sonstige Beteiligte gegenüber der Gemeinde oder dem Sanierungsträger eine Auskunftspflicht. Dies heißt die betroffenen Bürger müssen der Gemeinde oder dem Sanierungsträger alle Auskünfte erteilen, die diese für die Vorbereitung und Durchführung der Sanierungsmaßnahme benötigen.

Genehmigungspflicht:

In einem förmlich festgelegten Sanierungsgebiet unterliegen bestimmte Rechtsgeschäfte, Vorhaben beziehungsweise Maßnahmen der Genehmigungspflicht entsprechend den §§ 144/145 des Baugesetzbuches. Eigentümer müssen eine Genehmigung bei der Gemeinde einholen, wenn sie zum Beispiel:

  • ihr Grundstück verkaufen,teilen oder

  • ein Erbbaurecht für das Grundstück bestellen wollen,

  • eine Hypothek auf das Grundstück aufnehmen wollen,

  • einen Miet- oder Pachtvertrag für das Grundstück auf eine Zeit von mehr als einem Jahr abschließen wollen,

  • ein Gebäude im Sanierungsgebiet errichten wollen,

  • an bestehenden Gebäuden Instandsetzungen und Modernisierungen vornehmen wollen, die den Wert wesentlich steigern oder die Fassade verändern.

Welche Vorteile ergeben sich durch das Sanierungsgebiet?

Durch die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes und den Einsatz von Städtebauförderungsmitteln können im Sanierungsgebiet verschiedene bauliche und strukturelle Maßnahmen finanziell gefördert werden. Dabei kommen stadtplanerische Maßnahmen, Maßnahmen des Hoch- und Tiefbaus und auch private Modernisierungsmaßnahmen an erhaltenswerten Gebäuden in Betracht.

Voraussetzung für die Gewährung von Zuschüssen oder steuerlicher Vorteile ist immer der Abschluss eines Modernisierungsvertrages zwischen der Stadt beziehungsweise dem Sanierungsträger und dem Eigentümer vor Beginn der Maßnahme. Wenn Sie eine Maßnahme im Sanierungsgebiet planen, informieren Sie sich bitte unbedingt vor Beginn bei der Stadt, ob eine finanzielle Fördermöglichkeit besteht. Bereits begonnene Maßnahmen können nachträglich nicht mehr gefördert werden. Ein Rechtsanspruch auf die Förderung besteht nicht!

Gibt es steuerliche Vorteile im Sanierungsgebiet?

Nach den §§ 7h, 10f und 11a des Einkommenssteuergesetzes (EstG) können bestimmte Herstellungs- und Anschaffungskosten sowie erhaltende und gestaltende Aufwendungen an Gebäuden in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten erhöht steuerlich abgesetzt werden. Nur auf der Grundlage eines Modernisierungsvertrages kann Ihnen eine Bescheinigung im Sinne des § 7h EstG ausgestellt werden.

Diese Hinweise sind als allgemeine Informationen zu verstehen. Eine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit im steuerrechtlichen Sinne kann nicht übernommen werden.

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